#NoMobbing – Ich bin ein Mobbing Opfer

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Heute mal ein etwas ernster Beitrag um Mobbing. Etwas, was mich meine gesamte Schullaufbahn verfolgte und mich bis heute noch begleitet. Eine Zeit die mir bis heute noch sehr schmerzt und Probleme bereitet…

Auf weitere Blogs findet man Beiträge über Mobbing. Blogger die ihre Geschichte veröffentlichen, z.B. Yasmin, Saskia und Dani …

Bei so einem Thema weiß ich nicht so genau, wo ich anfangen soll.
Mobbing fing bei mir schon ganz früh an. Sogar vor der Grundschule, im Kindergarten. Ich war jetzt kein schlankes Mädchen, hatte also etwas mehr auf den Rippen als die anderen Mädchen. Und das war schon damals ein Punkt wo ich gemobbt wurde. Es wurde über meinen großen Hintern geredet, mein Doppelkinn, einfach alles. Wenn es nicht im Kindergarten war, dann auf dem Spielplatz wo wir wohnten.

In der Grundschule ging es dann auch so weiter. Von Mobbing, Beschimpfungen, Ausdrücken bis Diebstahl. Man stahl einfach die Sachen die ich toll fand, mein Mäppchen z.B. Wo fand ich es wieder? Im Mülleimer.

Natürlich versuchten meine Eltern alles um mir zu helfen. Um mir den Alltag zu vereinfachen. Gingen zu Lehrern und redeten mit denen. Hat es was gebracht? Nein. Es wurde, meiner Meinung, sogar noch schlimmer. Und in der ganzen Klasse half mir niemand.

Als ich den Sprung auf die Realschule nicht geschafft habe und auf der Hauptschule gelandet bin ging es immer weiter. Ich wurde ausgelacht weil ich keinen Freund hatte. Belächelt weil ich Anime und Manga mochte. Bekam dumme Bemerkungen weil ich Sailor Moon gezeichnet habe und japanische Musik gehört habe. Ich war anders als die anderen. Ich mochte keine Britney Spears, Eminem und wie sie sonst alle hießen.
Das gefiel meinen Peinigern und hauten jeden Tag eine Schippe drauf. Jeden Tag kam ich mit mehreren, blauen Flecken nach Hause. Jeden Tag wurde ich geschubst, gehauen, gehänselt.

Auch eine Schlägerei hatte ich auf dem Schulgang. Das Ende vom Lied war, dass ich mit dem Kopf direkt an eine Heizung geknallt bin. An einem anderen Nachmittag bekam ich ein Kaugummi in die Haare gespuckt.

Und die Lehrer? Schauten zu. Taten nichts.
Bis zum Ende der Hauptschule, also der 9. Klasse, ging das so. Tag ein, Tag aus. Ich war immer froh wenn ich Schulferien hatte. Nach der Schule versteckte ich mich immer in meine kleine Onlinewelt, weil ich wusste das ich „hier“ gemocht werde. Ich fand Leute mit den gleichen Interessen, traf mich mit ihnen und hatte Spaß.

Meine Eltern taten alles was sie nur tun konnten. Ihnen bin ich sehr dankbar, dass sie das alles mit mir ausgehalten haben.

Heute denke ich immer an diese Mobbing-Zeit zurück. Ich habe doch sehr viele Wunden in meiner Seele. Habe Schwierigkeiten Anschluss zu finden. Es kommt mir so vor als wäre ich ein soziales Wrack. Ich habe teilweise Angst das ich den Leuten was falsches sagen und wieder verschwinden. Oder anfangen mich zu mobben.
Ich komme mit Komplimenten nicht klar. Oder mit Lob. Habe keine Ahnung wie ich mich da verhalten soll. Wenn ich merke dass mir bestimmte Menschen nicht gut tun halte ich Abstand.

Ich möchte nicht wieder verletzt werden. Entschuldige mich 10.000 Mal bei Leuten wenn ich was falsches gesagt haben soll. Laufe unsicher durch die Welt.

Am meisten bin ich froh dass ich meinen Partner an meiner Seite habe. Er gibt mir die Kraft die ich manchmal so sehr brauche. Ich bin sehr verwundert, dass er mich unterstützt und mich so liebt wie ich bin. Letztens habe ich ihn sogar gefragt, ob mich andere Leute mögen…

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Heute bin ich 29 und leide unter den Folgen des Mobbings. Ich hoffe so sehr dass ich irgendwann mit viel Selbstbewusstsein durch mein Leben gehe, dass ich die Zeiten des Mobbings einfach hinter mir lassen kann…

3 thoughts on “#NoMobbing – Ich bin ein Mobbing Opfer

  1. Liebe Elli,

    danke für den Mut, deine Erlebnisse zu teilen.
    Die Blogparade #NoMobbing hat ja echt weite Kreise gezogen.
    Es wird schön überlegt (es gibt bereits ein Konzept..) aus #NoMobbing etwas Größeres zu machen: Eine Initiative, die wachsen, informieren und unterstützen kann.

    Wenn ich einmal mehr lese, wie auch Du heute noch unter den Folgen des Mobbings leidest, dann sehe ich wieder deutlich den Handlungsbedarf.

    Das, was die Anderen mit Dir gemacht haben, sagt nur etwas über sie aus – nicht über Dich.
    Du bist genau der gleiche, liebenswerte Mensch (Blödmänner werden nämlich nicht gemobbt, sondern eher sensible, also emotional kompetente Menschen), der Du ohne Mobbing wärst/bist.
    Ich verstehe Deine Unsicherheiten, die habe ich selber auch empfunden – ebenfalls noch Jahrzehnte danach. heute geht es mir nur noch selten so.
    Dies lag bei mir an einer Therapie, die ich zwar nicht wegen des Mobbings begann, aber bei der die Unsicherheiten mit bearbeitet wurde – in „einem Abwasch“ sozusagen.

    Therapeutische Unterstützung könnte auch Dir vielleicht helfen, denn immerhin scheinst Du einen echten Leidensdruck zu haben. Und das hast Du ja nun echt nicht verdient! <3

    Ich liste Deinen Artikel nun auf unserem Blog.

  2. Ich drücke dir ganz fest die Daumen dass du irgendwann (am besten in den nächsten Jahren und nicht Jahrzehnten) das ganze Verarbeiten kannst. Ich kenne es auch und dessen Folgen hat mich auch einige Jahre und Krankenhausaufenthalte gekostet. :-( Jedoch ist es möglich. Ich habe es auch geschafft. ;-)

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